Asthma Aspekte - Kompetenzzentrum für Atemwegserkrankungen

Was ist Asthma bronchiale?
Hauptmerkmal sowohl beim allergisch bedingten als auch beim nichtallergisch bedingten Asthma, ist eine Entzündung der Atemwege.

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Die COPD ist aber nicht nur sehr verbreitet, sondern vor allem auch sehr gefährlich. Sie gehört zu den Krankheiten, deren Auswirkungen nicht mehr vollständig reversibel sind. Weil die meisten Menschen noch nie etwas von der COPD gehört haben, wird die mit dieser Erkrankung einhergehende Gefahr oft verkannt.

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Asthma Aspekte

Lungenkrankheiten im Fokus

Ärztin Asthma und Zigaretten


Was bedeutete COPD?

Die COPD (man spricht Buchstabe für Buchstabe getrennt aus: "C" "O" "P" "D") wird seit einigen Jahren in den entwickelten Industriestaaten immer häufiger diagnostiziert. Ihre Bezeichnung ist dem englischen "Chronic Obstructive Pulmonary Disease" entlehnt. Der Arzt versteht darunter eine permanente Entzündung der Bronchien (chronische Bronchitis), die im Krankheitsverlauf zu einer deutlichen und nicht mehr "reparablen" Verengung der Atemwege geführt hat. Im Verlaufe der Krankheit kann es zu einer starken Überblähung der Lungenbläschen kommen. Die Wände vieler Lungenbläschen sind oft sogar vollständig zerstört. Es bilden sich größere Blasen, aus denen der Sauerstofftransport in das Blut stark erschwert ist. Außerdem verlieren die Stützfasern des Bronchialsystems langsam ihre Elastizität. Das führt dazu, dass die Bronchien bildlich gesprochen "schlapperig" werden und in sich zusammenfallen. Ein Lungenemphysem hat sich entwickelt. Die damit verbundenen Veränderungen können nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Die COPD ist eine sehr häufige Erkrankung. Es gibt weit mehr COPD-Patienten als Asthmatiker. In Deutschland sind schätzungsweise 12 Prozent der Bevölkerung betroffen. Damit ist dieses Leiden nicht seltener als zum Beispiel die Zuckerkrankheit. In den letzten Jahren hat die Anzahl der COPD-Patienten weltweit zugenommen. In manchen Ländern übersteigt ihre die Häufigkeit bereits die "30 Prozent" – Marke.

Die COPD ist aber nicht nur sehr verbreitet, sondern vor allem auch sehr gefährlich. Sie gehört zu den Krankheiten, deren Auswirkungen nicht mehr vollständig reversibel sind. Weil die meisten Menschen noch nie etwas von der COPD gehört haben, wird die mit dieser Erkrankung einhergehende Gefahr oft verkannt. Die Anzahl der Menschen, die an der COPD sterben ist jedoch erschreckend hoch: Bereits im Jahre 1990 stand die COPD weltweit an elfter Stelle aller krankheitsbedingten Todesursachen. Heutzutage rangiert sie sogar schon auf Platz sechs. Im Jahre 2020 wird diese Erkrankung voraussichtlich die dritthäufigste Todesursache überhaupt sein.

Zigarettenrauchen und COPD gehen Hand in Hand

Im Unterschied zum Asthma sind von der COPD in fast allen Fällen ältere Menschen betroffen. Der Grund dafür ist einfach: Die Erkrankung entsteht fast ausnahmslos durch jahrelanges Zigarettenrauchen. Untersucht man die Lungen von verstorbenen Rauchern, die mehr als eine Schachtel Zigaretten am Tag geraucht hatten, so findet man in 95 Prozent aller Fälle ein Lungenemphysem! Jeder Zug aus der Zigarette schädigt die Lunge. Der eingeatmete giftige Rauch zerstört die winzigen Flimmerhärchen in unseren Bronchien langsam aber sicher. Damit werden wir gewissermaßen unserer "natürlichen Kehrmaschine" beraubt.

Die wellenförmige Bewegung des gesunden "Flimmerepithels" erinnert an ein Kornfeld, über das der Wind streicht. Eingeatmete Schmutzpartikel und schädliche Fremdstoffe werden auf seiner Oberfläche zuverlässig wieder aus den Lungen nach draußen befördert. Gehen die Flimmerhärchen jedoch zugrunde, wird dieser Selbstreinigungsprozess für immer unterbrochen. Auch der typische "Raucherhusten" vermag die Lunge dann nicht mehr sauber zu halten. Große Mengen an Fremdpartikeln, Rußteilchen und Mikroben verbleiben deshalb in unserem Körper. Die Folgen sind häufige Infektionen, Luftnot und eine chronisch entzündete Bronchialschleimhaut.

Vorbeugen ist die beste Medizin!

Die etwa 34 Millionen deutschen Raucher bilden die Hauptrisikogruppe für die Entwicklung einer COPD. Je mehr man raucht, desto größer ist die Gefahr. Der Kampf gegen die COPD ist also vor allem ein Kampf gegen die Zigarette. Obwohl jeder weiß, wie schwer es fällt, dem Glimmstängel den Rücken zu kehren, ist eine solche vermeidbare Krankheitsursache eigentlich ein "unschätzbarer Vorteil". Anders als ein Asthmatiker, der ohne sein Dazutun allergisch auf Pollen, Hausstaub oder Nahrungsmittel reagiert und seine Krankheit deshalb zwar zuverlässig kontrollieren und mit modernen Medikamenten auch bestens behandeln – nicht aber verhindern kann, hat der Raucher es selbst in der Hand, sein COPD-Risiko zu minimieren. Der Weg zum absoluten Rauchverzicht ist die beste Medizin gegen die COPD!

Über die Gefährlichkeit des Rauchens besteht kein Zweifel. Dennoch erhöhte sich der Zigarettenverbrauch in Deutschland allein in den letzten fünf Jahren um acht Prozent. Pro Tag gehen 386 Millionen Zigaretten in Rauch auf.

GOLD-Standards helfen

Natürlich ist man hinterher immer klüger als vorher – wer aber einmal an der COPD erkrankt ist, wird das Rad der Zeit nicht mehr zurückdrehen können. Dennoch besteht kein Grund zum Verzweifeln. Den mehr als acht Millionen COPD-Patienten in Deutschland stehen modernste Medikamente zur Verfügung, mit deren Hilfe der Krankheitsverlauf günstig beeinflusst werden kann. Die regelmäßige Inhalation von atemwegserweiternden Mitteln und die gleichzeitige Gabe von Entzündungshemmern ist ein wichtiger Schritt bei der Behandlung der COPD. Dies wurde bereits vor einigen Jahren von renommierten Wissenschaftlern erkannt. Sie riefen die heute weltweit bekannte "Global Initiative for Obstructive Lung Disease" ins Leben, deren Therapie-Empfehlungen sinnigerweise als "GOLD"-Standards bezeichnet werden.

Die deutsche Atemwegsliga hat auf der Grundlage dieser GOLD-Standards empfohlen, Beta-2-Sympathomimetika, deren Vertreter Formoterol wir bereits aus den vorhergehenden Ausgaben unseres eJournals gut kennen, und inhalative Glukokortikoide, wie zum Beispiel das auch in der Asthmatherapie bewährte Budesonid, einzusetzen. Beta-2-Sympathomimetika erweitern die Atemwege und vermindern damit die Luftnot. Glukokortikoide zählen zu den wirksamsten Entzündungshemmern und entfalten eine heilsame Wirkung auf die geschädigten Bronchien.

"Kombiniert" geht es besser

In den Forschungslaboratorien und in den Kliniken ist immer wieder aufgefallen, dass die gleichzeitige Gabe von Entzündungshemmern und bronchienerweiternden Mitteln besser hilft, als die Inhalation nur eines dieser Medikamente. Die Gründe dafür waren schnell gefunden: Glukokortikoide und Beta-2-Sympathomimetika verstärken sich wechselseitig und führen daher zu besseren Heilerfolgen. Diese Erkenntnisse sind auch in Deutschland rasch auf fruchtbaren Boden gefallen. Bereits vor knapp einem Jahr konnte den COPD-Patienten hierzulande das erste Medikament zur Verfügung gestellt werden, das den Entzündungshemmer Budesonid und die bronchienerweiternde Substanz Formoterol in einem enthält. Umfangreiche Untersuchungen an hunderten COPD-Patienten haben eindrucksvoll bewiesen, dass sich die Beschwerden mit diesem Kombinations-Medikament deutlich verbesserten. Kombinationspräparate werden angewandt, wenn die Lungenfunktion mehr als 50% vom Normalwert abweicht sowie regelmässig Atemnotepisoden auftreten.

FAQ

Wie kommt es zur gegenseitigen Verstärkung von Glukokortikoiden und Beta-2-Sympathomimetika?

Glukokortikoide und Beta-2-Sympathomimetika haben zwei unterschiedliche Wirkmechanismen, die sich jedoch bei der Therapie der COPD vorteilhaft ergänzen. Zu diesem "additiven Effekt" gesellt sich jedoch noch ein weiterer Vorzug. Einerseits erhöhen Glukokortikoide die "Produktion" solcher biochemischen Bindungsstellen, über die die Beta-2-Sympathomimetika ihre atemwegserweiternde Wirkung entfalten. Andererseits verbessern letztere die Ansprechbarkeit jener anderen Bindungsstellen, die für die entzündungshemmende Wirkung der Glukokortikoide verantwortlich sind. Daher verstärken sich zum Beispiel auch die therapeutischen Effekte von Formoterol und Budesonid in der Kombination gegenseitig.


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