Asthma Aspekte - Kompetenzzentrum für Atemwegserkrankungen

Was ist Asthma bronchiale?
Hauptmerkmal sowohl beim allergisch bedingten als auch beim nichtallergisch bedingten Asthma, ist eine Entzündung der Atemwege.

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Arsenverbindungen wurden erstmals um 700 n.Chr. von arabischen Gelehrten hergestellt. Obwohl diese Substanz lange Zeit als Mordgift eine recht unrühmliche Rolle spielte, wurde bereits frühzeitig auch seine medizinische Anwendung in Betracht gezogen. Das damals als "Realgar", "Auripigment" oder "Sandarak" bezeichnete Arsendisulfid kam in der Antike sowohl zur äußerlichen als auch inneren Behandlung von Lungenkrankheiten zur Anwendung.

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Was hat Fürst Albert mit Allergien zu tun?

ÄrztinDer Begriff "Allergie" geht auf das Jahr 1906 und Clemens v. Pirquet zurück. Das Wort ist aus dem Griechischen entlehnt und bedeutet soviel wie "veränderte Reaktion". Der berühmte Wiener Kinderarzt hatte beobachtet, dass manche Menschen beim zweiten oder dritten Kontakt* mit einem Allergen sehr heftig reagieren und Heuschnupfen oder einen Asthma-Anfall bekommen können. Später unterschied man auf Grund zahlreicher Beobachtungen die allmählich einsetzende so genannte "allergische Spätreaktion" von der unmittelbar einsetzenden "Sofortreaktion". Wir erinnern uns in diesem Zusammenhang, dass unser Organismus gegen jedes Allergen bestimmte Antikörper herstellt, die auf die Vernichtung des "Eindringlings" spezialisiert sind. Während der Bekämpfung des Allergens wird schlagartig Histamin freigesetzt. Es dringt sofort in die benachbarten Gewebe ein und verursacht in Sekundenschnelle eine örtliche Entzündung, tränende Augen, eine starke Schleimentwicklung und die Verkrampfung der Bronchien. Die so genannte allergische Sofortreaktion ist eingetreten. Ist diese Sofortreaktion sehr heftig, geht mit einer Beteiligung des gesamten Organismus´ einher und verursacht sogar Kreislaufprobleme, spricht man vom anaphylaktischen Schock, der sogar lebensbedrohend sein kann. Der erste verbriefte Bericht über die dramatischen Folgen eines solchen Ereignisses geht auf das Jahr 2640 v.Chr. zurück: Pharao Menes, der noch vor der Zeit der großen Pyramiden lebte, verstarb an der allergischen Reaktion infolge eines normalerweise harmlosen Wespenstichs.

Wie es zur "versehentlichen" Bezeichnung "anaphylaktischer Schock" kam und welche Rolle Fürst Albert in diesem Zusammenhang zukam, wollen wir unseren Lesern nicht vorenthalten:

Fürst Albert von Monaco (1848-1922) lud seinerzeit ein Team französischer Physiologen auf seine Yacht "Princess Albert" zu einem mehrwöchigen "Atlantic-Törn". Hier sollten unter anderem die toxischen Eigenschaften bestimmter Quallengifte untersucht werden. An Bord befanden sich zu diesem Zwecke einige Versuchstiere, denen am 5. Juli 1901 Quallenextrakte eingespritzt wurden. Darunter auch das Gift "Hypnotoxin", das eine vorübergehende Nesselsucht hervorrufen kann. Nach Abschluss der Expedition wurden die Versuche später in Paris fortgesetzt. Dort erhielt ein weiteres Versuchstier, der Hund "Neptun", am 14. Januar des Folgejahres eine äußerst geringe Dosis dieses Quallengiftes ohne daran zu erkranken. Am 10. Februar sollte der Versuch wiederholt werden. Daraufhin kam es zu einem dramatischen Zwischenfall: Wenige Sekunden nach der Injektion setzten Atembeschweren ein, die zu einem tödlichen Ausgang innerhalb von nur 20 Minuten führten. Die spätere Obduktion ergab massive Schleimhautblutungen im gesamten Organismus*. Die Wissenschaftler sprachen von einer "anaphylaktischen Reaktion". Das Kunstwort setzten sie dabei aus dem griechischem "ana" = "hinauf" und der unkorrekten Übersetzung "Schutzlosigkeit" für "phylax" (eigentlich "Wächter") zusammen. Der Begriff fand rasch Verbreitung in der Medizin. Im Jahre 1906 erkannte man die Ähnlichkeit dieser tierexperimentellen Anaphylaxie mit dem Asthma bronchiale. Seitdem bezeichnet ein "anaphylaktischer Schock" die rasche, schwerwiegend und "generalisiert" verlaufende Sofortreaktion eines immunologischen Geschehens, deren Gesamtsymptomatik fortan "Allergie" genannt wurde.

Gewöhnlich verläuft die Sofortreaktion natürlich sehr viel moderater und klingt auch rasch wieder ab. Allerdings geht dieses Abklingen nicht immer auch mit einer baldigen Symptomlinderung einher. Das freigesetzte Histamin führt zu einer regelrechten biochemischen Kaskade in unserem Körper, in dessen Folge andere Entzündungsstoffe, vor allem Prostaglandine, freigesetzt werden. Sie sind der Grund dafür, dass sich die Asthma-Symptome – meist etwa 20-30 Minuten nach dem Kontakt zum Allergen – im Rahmen einer nachgelagerten Spätreaktionen erst so richtig entwickeln.


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