Asthma Aspekte - Kompetenzzentrum für Atemwegserkrankungen

Was ist Asthma bronchiale?
Hauptmerkmal sowohl beim allergisch bedingten als auch beim nichtallergisch bedingten Asthma, ist eine Entzündung der Atemwege.

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Asthmatische Beschwerden können also viele Ursachen haben. Am häufigsten ist jedoch das allergische Asthma. Atmet der Betroffene ein Allergen, zum Beispiel Blütenstaub, Schimmelpilze, Tierhaarschuppen oder Absonderungen der Hausstaubmilbe ein, setzt sich seine überempfindliche Bronchialschleimhaut mit einer Entzündungsreaktion zur Wehr.

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Asthma Aspekte

COPD - Eine Form des Asthmas

Arzt & PatientChronisch Obstruktive Lungenerkrankung COPD. Diese vier Buchstaben stehen für den englischen Ausdruck "Chronic Obstructive Pulmonary Disease". Der Arzt versteht darunter eine chronische Bronchitis, die zu einer deutlichen Einengung (Obstruktion) der Atemwege und später eventuell sogar zu einem Lungenemphysem führen kann. Die Ursache für diese Erkrankung ist in neun von zehn Fällen jahrelanges Zigarettenrauchen. Wer über lange Zeit mehr als eine Schachtel am Tag "verqualmt", hat fast immer ein Lungenemphysem. Je mehr geraucht wird, desto größer ist die Gefahr – und gefährlich ist die COPD auf jeden Fall: Sie gehört zu den sechs führenden "unnatürlichen" Todesursachen weltweit. Glücklicherweise muss die COPD heutzutage jedoch kein Schicksal mehr sein. Dem Betroffenen stehen inzwischen zahlreiche wirkungsvolle Medikamente zur Verfügung, die die Beschwerden wirkungsvoll minimieren und ein vernünftiges Alltagsleben ermöglichen. Dazu gehören in erster Linie langwirksame bronchienerweiternde Mittel und starke Entzündungshemmer. Beide Substanzgruppen sind ursprünglich für die Behandlung einer anderen großen Lungenkrankheit, des Asthma bronchiale, entwickelt worden. Bereits in den 1980er Jahren häuften sich die Hinweise darauf, dass Asthmatiker nicht nur an Luftnot infolge "verkrampfter Bronchien" litten, sondern hier gleichzeitig auch versteckte entzündliche Prozesse eine Rolle spielen. Es lag deshalb auf der Hand, Atemwegserweiterer und entzündungshemmende Substanzen gemeinsam zu verordnen. Dabei erwies sich die kombinierte Gabe beider Wirkkomponenten in einem Inhalationsgerät in vieler Hinsicht als besonders vorteilhaft. Erst vor kurzem hat sich diese Erkenntnis auch bei der Behandlung der COPD durchgesetzt. Lassen Sie uns in unserer heutigen Ausgabe jedoch noch ein wenig beim Asthma bronchiale verweilen.

Viele Asthmatiker leiden an saisonalen Beschwerden. Die Betroffenen haben ein so genanntes allergisches Asthma. Im Frühjahr, wenn unzählige Blütenpollen die Luft schwängern, geht es ihnen besonders schlecht. Die kalten und staubfreien Novembertage verschaffen ihnen hingegen eine kleine Verschnaufpause. In manchen Fällen ist das Asthma aber nicht nur allergischer Natur. Es kann unabhängig von der Jahreszeit bei plötzlicher körperlicher Belastung oder beim Sport auftreten. Dieses so genannte Anstrengungs-Asthma soll heute unser Thema sein.

Geheimnisvolles Asthma

In Deutschland ist jedes zehnte Kind und einer von zwanzig Erwachsenen vom Asthma bronchiale betroffen. Die Ursache dieser weitverbreiteten Erkrankung blieb den Ärzten jahrhundertelang ein medizinisches Rätsel. Zeitweise glaubte man sogar, Asthma wäre ein psychisches Problem. Obwohl man schon damals genau wusste, dass Asthmatiker genau die gleichen Wesensmerkmale und Verhaltensweisen zeigten, wie Gesunde auch, und sich ihre "Persönlichkeitsstruktur" überhaupt nicht vom Durchschnitt der Bevölkerung unterschied, kolportierte man im verzweifelten Versuch nach einer kausalen Erklärung des Asthmas sogar die Formel: "Asthma – das ist der Schrei nach der Mutter". Asthmatische Kinder haben zwar eine starke Mutterbindung. Die Kausalkette ist jedoch hier eine andere: Ein Kind, das nachts in kurzen Abständen schwere Atemnotanfälle erleidet, mit Erstickungsanfällen kämpft und sich massiv bedroht fühlt, wird sich automatisch stärker an seine Mutter klammern, als ein gesundes Kind, das tief und friedlich durchschläft. Die starke psychische Bindung ist also das Ergebnis und nicht die Ursache des Asthma bronchiale.

Genau genommen haben die Wissenschaftler erst in den letzten Jahrzehnten wirkliche Fortschritte bei der Erforschung dieser Erkrankung gemacht. Wir wissen heute, dass Asthma eine chronisch entzündliche Erkrankung der Bronchialschleimhaut ist, die mit einer Überempfindlichkeit der Bronchien, einer anfallsweisen Verengung der Atemwege und einer vermehrten Schleimbildung einhergeht:

Gesunde Atemwege und Atemwege mit Asthma


Typische Asthma-Beschwerden sind ein trockener Husten, das erschwerte Atmen und ein Engegefühl in der Brust. Häufig wird ein sehr zäher Schleim abgehustet. Asthmatiker fühlen sich oft abgeschlagen und sind nur vermindert belastbar. Gesunde Menschen atmen unbewusst und ohne große Anstrengungen. Für Asthmatiker kann das Luftholen zur Qual werden: Sie haben das Gefühl, nur durch einen Strohhalm zu atmen und nicht genügend Luft zu bekommen.

Asthma ist nicht gleich Asthma

Für die Entstehung des Asthma kommen zahlreiche Ursachen in Betracht. Sie aufzuspüren, kann manchmal schwierig sein und erfordert oft viel Geduld. Hat man die Asthmaauslöser jedoch erst einmal identifiziert, ist die halbe Strecke auf dem Weg zur Behandlung schon geschafft. Oft geht das Asthma mit einer Allergie einher. Man spricht dann von einem allergischen Asthma. Kommt der Betroffene zum Beispiel mit Tierhaaren, bestimmten Nahrungsmitteln oder Hausstaubmilben in Kontakt, kann ein Asthma-Anfall die Folge sein. Die häufigsten derartigen "Trigger" sind allerdings Blüten- oder Gräserpollen. Eine strenge Allergenkarenz, das Meiden jeglichen Kontaktes mit dem auslösenden "Allergen", kann deshalb bereits wirksam vor Atemnotanfällen schützen.

Auslöser für ein allergisches Asthma

mögliche Auslöser für ein allergisches Asthma


Nicht jeder Asthmatiker hat eine Allergie

Entgegen der weitverbreiteten Meinung sind Allergien aber nur bei einem Teil der Asthmapatienten auszumachen. Ein Asthma, das sich erst jenseits des vierzigsten Lebensjahres entwickelt, ist sogar fast nie allergisch bedingt. In der Altersgruppe der 40-60jährigen wird dafür ein so genanntes Infekt-Asthma besonders häufig beobachtet. Im Rahmen eines ganz normalen grippalen Infekts kommt es dabei zunächst zu einer Entzündung der Bronchien, der akuten Bronchitis. Sie schädigt die Bronchialschleimhaut und kann sie "überempfindlich" machen. Obwohl die akute Bronchitis schnell wieder verschwindet, bleibt diese Überempfindlichkeit (Hyperreagibilität) dann weiter bestehen. Auf ihrer Basis können selbst unspezifische Reize, wie kalte Luft oder Zigarettenrauch immer wieder Asthmaanfälle auslösen.

In manchen Fällen ist jedoch selbst nach intensiver ärztlicher Untersuchung überhaupt keine greifbare Ursache für das Asthma auszumachen. Solche Asthmaformen, für die nicht näher identifizierbare, gewissermaßen "im Patienten selbst liegende Faktoren" verantwortlich sind, bezeichnete man früher als Intrinsic-Asthma (das allergische Asthma wurde im Gegensatz dazu auch Extrinsic-Asthma genannt). Als bemerkenswerte Besonderheit soll in diesem Zusammenhang die so genannte "Konditionierung" genannt werden. Hier haben sich im Verlauf der Asthma-Krankheit reflexartige Verhaltensweisen etabliert, die völlig unabhängig vom Willen des Patienten wirken. So ist es möglich, dass Asthmatiker bereits beim Anblick einer blühenden Wiese einen Asthmaanfall bekommen, ohne überhaupt mit den Pollen in Berührung gekommen zu sein. Als Kuriosum findet man in den Lehrbüchern der Medizin sogar die Schilderung eines Asthmatikers, der durch das Schnuppern an Kunstblumen einen Anfall bekam.

Kann Anstrengung zum Asthma führen?

Wie sich zeigte, gibt es zahlreiche verschiedene "Sorten" des Asthma bronchiale. Eine bei Kindern besonders häufige Form ist das so genannte Anstrengungs-Asthma. Es tritt meist nach längerem Laufen im Freien oder Ausdauer-Sport auf. Charakteristisch ist, dass sich die Beschwerden nicht etwa gleich zu Beginn der körperlichen Belastung bemerkbar machen, sondern erst mit einer 5 bis 10 minütigen Verzögerung in Erscheinung treten. Nach spätestens einer Stunde verschwinden die Symptome dann wieder von selbst. Acht von zehn asthmakranken Kindern, aber auch 40 Prozent aller erwachsenen Asthmatiker haben ein solches Anstrengungs-Asthma.

Auch das Anstrengungs-Asthma ist eine Folge der Überempfindlichkeit des Bronchialsystems. Die erhöhte Atemarbeit beim Sport oder starker körperlicher Belastung führt zu Störungen des Temperatur- und Flüssigkeitsgleichgewichtes in der Bronchialschleimhaut. Die meisten Menschen atmen bei Sport und schnellem Lauf durch den Mund ein und aus. Dadurch entfällt die natürliche Vorwärmung und Anfeuchtung der Atemluft durch die Nase. Die kalte, trockene Luft trifft daher direkt auf die Bronchialschleimhaut und löst dort einen erheblichen Kältereiz aus. Durch den Feuchtigkeitsverlust wird nicht nur der Bronchialschleim zäher, sondern zugleich auch eine biochemische Kettenreaktion ausgelöst, in deren Folge zahlreiche Botenstoffe ausgeschüttet werden, die eine Verkrampfung der Bronchialmuskeln und ein Anschwellen der Schleimhäute stimulieren. Wenn der Sportler dann eine kurze Pause einlegt, sinkt sein Adrenalinspiegel. Weil Adrenalin ebenfalls bronchienerweiternd wirkt, verengen sich in diesen Pausen die Bronchien noch mehr. Der Betroffene muss husten, jappst nach Luft, und ein hörbares Giemen macht sich bemerkbar. Diesem "bösen Spiel" kann Einhalt geboten werden, wenn unmittelbar vor dem Sport eine Inhalation mit einem bronchienerweiternden Mittel erfolgt, dem sinnvollerweise eine entzündungshemmende Komponente zugesetzt wurde.

Obwohl es sehr viele verschiedene Ursachen für das Asthma bronchiale gibt, die aufzuspüren manchmal große Mühe bereitet, erfolgt die Behandlung der Erkrankung übrigens fast immer auf dieselbe Weise. Das wichtigste Entscheidungskriterium für die Auswahl der Medikamente und deren Dosierung ist nicht die Herkunft des Asthmas, sondern vor allem der Grad der Asthmabeschwerden.

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