Asthma Aspekte - Kompetenzzentrum für Atemwegserkrankungen



Atemwegserkrankung
Die Anzahl der an Asthma erkrankten Menschen nimmt ständig zu.

Patientin mit Asthma

Was ist Asthma bronchiale?
Hauptmerkmal sowohl beim allergisch bedingten als auch beim nichtallergisch bedingten Asthma, ist eine Entzündung der Atemwege.

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Asthma Aspekte

Patientenfälle

In dieser Rubrik finden Sie Erfahrungsberichte und Krankheitsgeschichten von Betroffenen mit Atemwegserkrankungen


Bronchieneerweiterer und Entzündungshemmer

Robert ist abgeholt worden. Er ist der letzte aus der Gruppe, die Virginia Görtze heute betreut hat. Die Kindergärtnerin wollte eigentlich schon zur Wochenmitte in den wohlverdienten Urlaub gehen, sprang aber kurzfristig für eine erkrankte Kollegin ein. Die Arbeit mit den Kleinen bereitet ihr auch nach all den vielen Arbeitsjahren noch immer Freude. Man sah es ihr an diesem Freitag trotzdem an, wie anstrengend so eine Woche mit den "wilden Rangen" sein kann.

Am Sonntag soll es dann endlich losgehen. Der Flug nach Grand Canaria ist für die frühen Morgenstunden geplant. Die Last-Minute-Reise war preiswert. Die Görtzes haben es sich seit vielen Jahren zur Angewohnheit gemacht, die ersten Dezembertage für eine "Flucht" in den warmen Süden zu nutzen. Impfungen sind für diese Region nicht erforderlich. Trotzdem hat Virginia ihren Medikamentenvorrat aufgefrischt. Der Winter in Deutschland tut ihren Lungen gut. Das allergische Asthma verschwindet dann fast vollständig.



Können Asthmatiker Sport beteiben?

Mann & ArztEs ist ein verschneiter Vorweihnachtsabend. Peter und Christine wollen die über das Jahr angesammelten Überstunden abbummeln und hatten sich ein verlängertes Adventswochenende in den Bergen gegönnt. Schon am Donnerstag sind sie losgefahren. Keiner hatte es eilig. Das Tempo des gut geheizten Regionalexpress´ trug dem auch wunderbar Rechnung. Dass sie fast sechs Stunden unterwegs sein sollten, hatten die beiden zwar vorher nicht geahnt – ihre Laune war dennoch nicht getrübt. Christine las in ihrem neuen Buch und Peter döste ein wenig vor sich hin. Schon die Fahrt war Erholung pur.
Die Skihütte war ein Traum. Erstaunlicherweise gab es sogar noch drei weitere freie Zimmer in der kleinen Pension. Die klare Luft tat ihnen gut. Beide sind Asthmatiker. Irgendwie schien die Krankheit für sie aber eine glückliche Fügung gewesen zu sein. Die Kur vor drei Jahren hatte sie ja schließlich zusammengeführt. Gern denken sie an Berchtesgaden zurück. Für Peter war es seinerzeit bereits der zweite Aufenthalt.



Sportarten für Asthmatiker - Schwimmer aus Passion

Schwimmerin" Unser Hallenbad schließt in wenigen Minuten, bitte begeben Sie sich zum Ausgang. Wir danken Ihnen für den Besuch und freuen uns auf ein Wiedersehen", hallt es aus dem Lautsprecher im Herren-Umkleidebereich. Horst trocknet sich noch rasch sein kurzgeschorenes Haar. Er ist zufrieden mit sich. 12 Bahnen stehen heute auf seinem Erfolgskonto. Jeden Donnerstag kommt der 48-Jährige hierher. Früher war er ein emsiger Saunabesucher. Sein Asthma lässt das allerdings schon seit Jahren nicht mehr zu. Die heiße trockene Luft ist nichts für ihn. Ganz wollte er sich damals aber nicht vom Sport verabschieden. Dr. Gerber hatte ihn eingehend untersucht: "Anstrengungs-Asthma! Es nützt nichts, Pollenfilter ins Auto zu bauen. Ihr Asthma ist nicht allergisch bedingt. Um den Sport machen Sie sich mal keine Sorgen. Wenn Sie gern schwimmen gehen, dann sollten Sie das auch weiterhin tun. Messen Sie vorsorglich den PEF, bevor Sie zur Halle marschieren. Zeigt die Ampel auf grün*, ist Schwimmen erlaubt. Die Sauna lassen wir aber ´mal lieber…".



Mit Asthma siegen

Viele Menschen erleben die Diagnose Asthma als Schicksalsschlag. Sie sind nun nicht nur "verbriefte" Asthmatiker, sondern beginnen sich auch plötzlich als unheilbar Kranke zu fühlen, die Einschränkungen im Alltag fatalistisch in Kauf zu nehmen haben. An Sport sei sowieso nicht mehr zu denken. Dies muss jedoch nicht sein. Heutzutage stehen dem Asthmatiker hochwirksame Medikamente zur Verfügung, die ein nahezu uneingeschränktes Alltagsleben ermöglichen. Moderne Kombinationspräparate, die zum Beispiel das bronchienerweiternde Mittel Formoterol und den Entzündungshemmer Budesonid enthalten, mögen in diesem Zusammenhang genannt sein. Dass gut behandelte Asthmatiker nicht nur ein ganz normales Leben führen können, sondern sogar Welthöchstleistungen erzielen, beweist uns Cathy Freeman. Cathy ist Aborigine und wurde 1973 in Australien geboren. Im Jahre 1997 wurde sie zum "Australier des Jahres" gekürt. Die meisten Leser haben Cathy bereits gesehen: Sie entzündete das Olympische Feuer zu Beginn der letzten Olympischen Spiele in Sydney.



Diagnose COPD für Kettenraucher Ronald

Monika P.Rauchstop verbessert Krankheitsverlauf und mindert Zahl der Atemnotanfälle

Es wurde früh dämmerig an diesem nasskalten Oktobertag. Ronald geht langsam den Fahrweg hinunter. Der Nebel macht ihm zu schaffen. Der schwache Schein der Gaststätte verspricht die baldige Ankunft im nahen Dorf. Endlich hat er wieder festes Pflaster unter den Füßen. In wenigen Minuten wird er zu Hause sein. Seine Schritte führen am "Goldenen Zapfhahn" vorbei. Die Bierrunde ist nichts für ihn. Es ist zu verqualmt in seiner ehemaligen Stammkneipe. Ronald hat COPD. Er erinnert sich noch gut an den Tag, der sein Leben verändern sollte.
Jahrelang hatte er geraucht. Er tat es gern und bezeichnete sich oft als "Genussraucher" – auch wenn er bereits anderthalb Schachteln am Tag verpaffte. "Kettenraucher" trifft schon eher zu" erwiderte Isabel dann immer.



Intrinsisches Asthma

Monika P. (38) genießt die letzten Spätsommertage in Kühlungsborn. Sie hatte sich für das verlängerte Wochenende kurzerhand frei genommen. Die Ferienwohnung buchte sie rasch noch über das Internet. "Zwei Zimmer. Amerikanische Küche. Geschirrspüler. Strandnähe. Ruhige Gegend" stand in der Annonce. Sogar zwei Fahrräder stünden zur Verfügung. Monika brauchte die Pause dringend. Die promovierte Zoologin beschäftigt sich beruflich mit den Spinnentieren. Die Ordnung der Milben ist ihr Fachgebiet. Das Wort Milben weckt meist negative Assoziationen bei unbedarften Gesprächspartnern. Monika antwortet daher oft mit dem lateinischen Namen "Acarina", wenn sie nach ihrem Forschungsthema gefragt wird. Das klingt dem Ohr des Laien doch fast liebevoll – und die Biologen wissen sowieso bescheid. Ende Oktober soll sie ihre Publikation einreichen. Das achtseitige Manuskript hat es in sich. Ein ganzes Jahr intensiver Arbeit hat ihr kleines Team in das Projekt gesteckt. Jetzt braucht sie den Abstand. Erst nach dem Kurzurlaub will sie den Text endgültig freigeben.



Asthma - Hausstaubmilben als Allergieauslöser

Bronchienerweiterndes Mittel

FrauEs war ein eindrucksvolles Schauspiel. Wie jedes Jahr im August hatte sich Lutz auch diesmal gründlich auf den Perseiden-Strom vorbereitet. Bereits am Mittwochabend fuhr er unmittelbar nach der Arbeit an den Stadtrand. Hier war die "Lichtverschmutzung" gering und der Blick auf den Himmel blieb frei. Lutz wollte den Sternschnuppenfall ungestört erleben. Das Maximum war für die Nacht zum 12. August zwischen 22.00 und 23.00 Uhr vorausgesagt worden. Die Meteorrate sollte bis zu 160 pro Stunde betragen. Eine gute Chance, wenigstens einen Teil der Leuchtblitze direkt beobachten zu können.

Auf sein Teleskop hat er heute verzichtet. Die extrem schnellen Sternschnuppen kann man am besten mit dem bloßen Auge verfolgen. Einzig Dunkelheit ist dafür erforderlich. Lutz hat seinen angestammten Platz hier draußen. Die sich kilometerweit erstreckende Wiese bot ihm schon oft Gelegenheit zu ausgedehnten nächtlichen Erkundungen am Sternenhimmel. Wie immer macht er es sich im Liegestuhl bequem. Das Zirpen der Grillen stört ihn nicht. Genauso wenig wie die blühenden Gräser.



COPD-Patient treibt Sport

Bernd musste im vergangenen Jahr oft zu Hause bleiben. Zweimal war er sogar im Krankenhaus. Er leidet an der "Chronisch Obstruktiven Lungenerkrankung". Seine Ärztin behandelt ihn schon lange. Ihr kann er vertrauen. "Ich hätte gar nicht erst mit dem Rauchen anfangen sollen damals" gestand er ihr einmal. Das Rauchen aufzugeben viel ihm schwer. Aber die Diagnose "COPD" zwang ihn regelrecht dazu. "Wenn sie weiterrauchen, werden wir uns wohl nicht mehr lange sehen..." hatte Frau Doktor Bertholdy damals ganz trocken gesagt. Heute ist Bernd stolz darauf, dass er es geschafft hat. Die neuen Preiserhöhungen für Zigaretten quittiert er nur mit einem Lächeln: 40 Cent fürs erste, dann nochmal 30 Cent und ab Juli 2004 eine erneute Erhöhung um 30 Cent pro Packung. Je teurer die Zigaretten werden, desto mehr hat Bernd eigentlich durch den Rauchstopp gespart. Theoretisch könnte er sich für die nicht gerauchten Zigaretten bald einen neuen Fernseher kaufen. Bernd wundert sich: "Warum die nicht gleich die Tabakwerbung verbieten und den einen Euro sofort voll `raufknallen?"



COPD: Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung - Patientenfall: Richard Hübner

Herr HübnerEs herrscht Urlaubsstimmung. Richard wollte diesmal auf "Nummer Sicher" gehen. Verlockende Angebote, die nach Norwegen zum Angeln einluden, hat er wohlweislich ausgeschlagen. Außerdem erwies sich die last-minute-Reise nach Port el Kantaoui als einiges preiswerter. Nun lag er im tunesischen Sand am Mittelmeer und genoss die Sonne in vollen Zügen. Den gestrigen Ausflug auf den Zouk** in der nahegelegenen Kleinstadt hat er gut überstanden. Die Hitze und die von Gewürzen und Weihrauch geschwängerte Luft haben ihm diesmal nichts anhaben können. Er hat seine COPD gut unter Kontrolle. Regelmäßig inhaliert er eine Kombination aus Budesonid und Formoterol. Seit ihm Frau Dr. Müller damals das Rezept gab, hatte er keine schweren Atemnotanfälle mehr. Heute weiß Richard, dass er besser gar nicht mit dem Rauchen hätte anfangen sollen. Jahrelang ging auch alles gut. Er rauchte gern. Eine Schachtel pro Tag benötigte er schon während des stressigen Büroalltags.



Rauchen und Asthma

Waltraut Kinzel ist das, was der Berliner die "jute Seele von´s Janze" nennt. Seit nunmehr knapp zwei Jahren sitzt sie "halbtags" in dem eher traditionell gehaltenen, aber dennoch modern eingerichteten Backsteinhäuschen neben der Schranke. Sie nennt ihr Domizil liebevoll "die Bude". Während der 37 Jahre, die sie jetzt schon in der kleinen Brauerei am Stadtrand arbeitet, sah sie schon so manchen kommen und gehen. Von den Arbeitern kannte sie jeden persönlich. "Hans" und "Otte", die mit ihr damals gemeinsam in dem alteingesessenen Familienunternehmen angefangen hatten, sind heute bereits berentet. Im Jahre 2001 musste Waltraut von der Abfüllanlage in die "Wache" wechseln. Die Arbeit hatte ihr schon Spaß gemacht. Aber die Lunge wollte nicht mehr so...
Waltraut war immer eine starke Raucherin. In den Pausen saß sie oft mit den beiden "Bierkutschern" in der kleinen Kantine. Im Zigarettenverbrauch stand sie den Fahrern in nichts nach. Selbst ihre Stimme hatte den gleichen rauen Klang. Während der vielen Arbeitsjahre hatte sie nie gesundheitliche Probleme.



Der Venustransit

ÄrztinCarola hat den Refraktor eingenordet. Der Aluminium-bedampfte Filter ist vor dem Objektiv angebracht und zusätzlich gesichert. Der 8. Juni ist ein besonderer Tag. Heute findet ein Venustransit* vor der Sonne statt. Dieses seltene Ereignis wurde das letzte Mal vor 122 Jahren beobachtet. Auch Klaus ist ein wenig aufgeregt. Die CCD-Kamera ist am Okular-Ende montiert, und der genaue Zeitanschluss an die deutsche Atomuhr in Braunschweig steht via Internet. Die beiden Frankfurter Hobbyastronomen wollen die scheinbare Berührung der Venus mit dem Sonnenrand möglichst genau bestimmen. Sie erwarten den ersten Kontakt um genau 7:19 Uhr und 54 Sekunden MESZ. Um 13:23 Uhr wird das Spektakel wieder zu Ende sein. Carola und Klaus wirken in der europaweiten Amateur-Beobachtungskampagne VT-2004 mit. Hier soll nachempfunden werden, was bereits James Cook bei seiner Weltumsegelung im Jahre 1768-1771 versuchte.
Die Reise erfolgte eigentlich nur zu dem Zweck, den Venustransit vom 3. Juli 1769 bei Tahiti zu beobachten. Aus den Beobachtungsdaten sollte die Entfernung Sonne-Erde und Sonne-Venus ermittelt werden.



Regina inhaliert nach dem Asthmakontrollplan

Es ist Sonntagnachmittag. Regina winkt dem Besuch hinterher. Es war schön, wieder einmal alle beisammen zu haben. Den großen Blumenstrauß wird sie am Abend mit in das Haus nehmen. Der Wind könnte die Vase sonst vom Gartentisch fegen. Noch vor zwei Monaten hätte sie mit den herrlichen Sommerblumen erhebliche Probleme gehabt.

Regina leidet an allergischem Asthma. Jahrelang hatte sie sich auf den Winter gefreut. Dann nämlich war sie fast beschwerdefrei. Die kalte staubfreie Luft tut ihr auch heute noch gut. Aber in diesem Sommer ist alles ganz anders. Ihre Atembeschwerden hat sie gut im Griff. Der Pollenkalender hängt zwar wie immer mahnend an der Küchenwand. Seine Bedrohlichkeit aber hat er verloren. Seit dem letzten Herbst inhaliert Regina ein neues Asthmamedikament. Frau Dr. Rose hatte sie auf ein Kombinationspräparat umgestellt. Seitdem kann Regina auf zwei Inhalatoren verzichten. Der Tablettenschrank im Bad ist nun viel übersichtlicher. Statt des Bronchodilatators und der beiden unterschiedlichen Glukokortikoide steht jetzt nur noch ein Inhalator auf der Konsole über dem Waschbecken. Und Geld bei der Zuzahlung hat Regina auch noch gespart.



Nie mehr Rauchen - COPD Patient auf dem Weg weg vom "Raucherhusten"

MannBernd schaut noch einmal zurück. Er hatte die halb volle Schachtel Zigaretten gerade in den Müllcontainer geworfen. Sein Entschluss stand fest. Ab heute sollte ein rauchfreies Leben beginnen. Das hier war garantiert seine letzte Zigarette. Den Anstoß hatte ihm ein Freund gegeben.

Er kannte Mathias schon aus der Schule. 1975 hatten sie zusammen das Gymnasium besucht. Seitdem trafen sie sich jedes Jahr im Frühling zum gemeinsamen Wandern. Die beiden hatten es damals bis zu den Landesmeisterschaften beim Orientierungswandern gebracht. Im Wettkampf waren sie stets ein Team. Es war eine Frage der Ehre, dass sie ihr Ziel auch diesmal nur mit Karte und Kompass erreichten. Beide verfügen zwar inzwischen über ein modernes GPS, die Arbeit mit ihrem "Suunto" haben sie aber nicht verlernt. Der moderne Peilkompass hat sogar einen Neigungsmesser. Die Berechnung der Ortzeit aus der Sonnenhöhe bereitet den beiden Freunden immer noch großes Vergnügen.



Conny A. (53) hat ihr Asthma unter Kontrolle

"Grüß Dich Conny, Post für mich dabei?" ruft Regina fragend vom Gewächshaus ´rüber. Conny A. hatte den Motor schon abgestellt und blättert nun kurz den Briefstapel durch. "Leider nichts, heute. Vielleicht meldet sich Dein Sohn ja in der nächsten Woche. Du weißt ja, die Prüfungen sind kein Zuckerlecken. Und die Uni hat ja gerade erst wieder angefangen". Regina winkt ab: "Was macht die Baumblüte? Alles im Lot mit der Luft?".

Die beiden kennen sich schon lange. Wie Regina lebt auch Conny A. seit vielen Jahren auf dem Lande. Auf Anraten Ihres Arztes ist sie damals aus der Großstadt weggezogen. Die Dreiundfünfzigjährige hatte schon als junge Frau mit Atemwegsbeschwerden zu kämpfen – der Industriesmog machte ihr schwer zu schaffen.



Allergisches Asthma

FrauBirgit brauchte das Familienfest diesmal nicht abzusagen. Sie freut sich schon sehr auf das lange Wochenende in Ahrenshop. Einmal im Jahr treffen sich die Müllers dort, um den Geburtstag des ältesten Familienmitglieds zu feiern. Diesmal ist es der 85te von Oma Maria. Grund genug, die lange Anreise aus Apolda auf sich zu nehmen. Man freut sich nicht nur auf das betagte, aber immer noch rüstige "Oberhaupt" des Müller´schen Clans, sondern genießt es auch, in der alten Reet-gedeckten Fischerkate mit all den anderen zusammen zu sitzen. Die Jahre haben die Familie in alle Winkel Deutschlands verstreut. Einige Verwandte sieht Birgit nur in Ahrenshop. Zu weit ist der Weg und zu knapp die Zeit, um alle Onkels und Tanten auch zwischendurch ´mal zu besuchen. Birgit ist damals nach Greifswald gegangen. Ihr Pharmazie-Studium hatte sie nach 10 Semestern mit großem Erfolg abschließen können. Später lernte sie Norbert kennen. Er lehrte an der Fachhochschule in Apolda. Dort eröffnete Birgit dann gleich nach der Wende ihre eigene Apotheke. Von ihrem Asthma gab es damals noch keine Spur.



Olaf K. hat COPD

Olaf K. hat viele Jahre auf dem Bau gearbeitet. Die kleine Firma, die ihn beschäftigte, verlegte Wasserleitungen und war auch im Straßenbau tätig. Es war eine körperlich schwere Arbeit, die unnachgiebig an seinen Kräften zehrte. Olaf ärgerte sich oft über die Vorurteile vorbeieilender Passanten, die sich darüber mokierten, wenn die Bauarbeiter bei einer Zigarettenpause zusammen saßen. Das spöttische "ein Stein – ein Kalk – ein Bier" musste er nicht selten von Leuten hören, denen man ansah, dass sie den Tag in einem komfortablen Bürosessel verbrachten. Wer nicht selbst einmal die zentnerschweren Rohre geschleppt hat, wird wohl nie verstehen, dass man das nicht acht Stunden ununterbrochen tun kann. Pausen sind auf dem Bau einfach nötig, wenn man die Arbeit sein Leben lang machen will...



Allergisches Asthma

FrauDie letzte Stunde ist zu Ende. Noch ist die Schulglocke nicht verstummt, da rennt die siebente Klasse schon lärmend über den Schulhof. In zehn Minuten fährt der Bus. Auch Patrick ist darauf angewiesen, den 64er zu kriegen. Auf die nächste Tour, die den kilometerweiten Umweg über die benachbarten Dörfer nimmt und nicht gleich direkt in die Kreisstadt führt, müsste er 40 Minuten warten. Der aufgeweckte Junge freut sich auf das Wochenende. Mit seinem Vater geht er jeden Sonnabend in die Schwimmhalle. Patrick genießt es, Sport wie jeder andere Junge treiben zu können.

Der Zwölfjährige leidet an allergischem Asthma. Die Frühlingsmonate machen ihm immer besonders zu schaffen. Dr. Meyerbär hatte damals rasch eingrenzen können, gegen welche Pollen eine besonders starke Allergie besteht. Die Haselnuss gehört dazu. Jetzt Anfang März steht sie in voller Blüte. Im Garten der Neuberts bezeugen noch einige abgeschnittene Stümpfe die Größe der ehemaligen Hecke. Es gibt nur wenige Frühblüher.



Tamillo: Sport trotz Asthma

Der neunjährige Tamillo ist ein aufgeweckter Junge. Er hat gute Zensuren und ist bei seinen Klassenkameraden beliebt. Oft treffen sich die Jungs der Siedlung mit ihren Mountain Bikes bei Tamillo. Ihre Tour führt sie dann meist über die Fuchsberge. Die wilde Fahrt der Jungen hat inzwischen viele sandige Schneisen in das leicht hüglige Heideland gepflügt. Der Sport macht nicht nur Spaß, sondern ist auch eine sehnsüchtig erwartete Abwechslung von der "Schulbank" - und vor allem vom Zeichenkurs, zu dem ihn seine Mutter damals "verdammt" hatte. Aber diese "schreckliche Zeit" ist seit dem vergangenen Herbst nun endlich wieder vorbei. Tamillo erinnert sich noch genau an den Tag, an dem alles angefangen hatte: Wie so oft an einem Sonnabendnachmittag veranstaltet er mit seinen Freunden ein Wettrennen. Ziel ist der vier Kilometer entfernte Tümpel auf der anderen Seite der Fuchsberge. Die Abfahrt hat es besonders "in sich". Tamillo muss aufpassen, dass er nicht stürzt. Phillip kann ihn mit seinem Rad überholen – trotz aller Anstrengung wird Tamillo nur zweiter an diesem Spätsommertag.



ArztDer COPD-Patient

Das Klassentreffen war ein voller Erfolg. 23 ehemalige Gymnasiasten hatten sich Ende Januar zum 30jährigen Abitur-Jubiläum zusammengefunden. Es war nicht leicht, die Adressen nach all den Jahren noch aufzuspüren. Gertraud hatte sogar eine Annonce in das regionale Wochenblatt gesetzt – dennoch blieben acht Schüler unauffindbar "verschollen".

"Aus allen, die hier sind, ist ´was Ordentliches geworden", freut sich Herr Ganzke. Der inzwischen berentete Mathelehrer war auch gekommen. Er fühlte sich wohl an diesem Abend. "Seht auch alle gesund aus", war er beruhigt. Dass er seinerseits für sein altes Laster – das Rauchen – ziemlich hart bestraft wurde, sieht man ihm heute nicht an. Horst Ganzke leidet seit vielen Jahren an der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit COPD, einer späten Folge seines früheren Kettenrauchens. Glücklicherweise gibt es heutzutage wirksame Medikamente, die das Fortschreiten der Erkrankung in Grenzen halten.



Kerstin J. und das Meerschweinchen von Helene

Kerstin ist eine lebhafte Frau in den Vierzigern. Seit ihrem sechsten Lebensjahr litt sie an Asthma. Mehrmals im Jahr war sie wegen ihrer Erkrankung im Kinderkrankenhaus. Als Kerstin Studentin wurde, schienen ihre Beschwerden allerdings zu verschwinden. Kerstin genoss diese Zeit. Sie gehörte nicht nur zu den Besten, sondern nahm auch rege an der Judosportgruppe teil. Nach der Promotion arbeitete sie in der Firma ihres Vaters als Produktmanagerin. Zwei Jahre später heiratete sie dann "den Nachbarjungen". Im Folgejahr wurde ihre kleine Helene geboren. Der Himmel hing voller Geigen, als die plötzliche Wende eintrat. Nach einer schweren Erkältung wollten die Beschwerden einfach nicht nachlassen. Sie hustete Unmengen Schleim ab und hatte auch nachts Atemprobleme. Da seit dem letzten Asthmaanfall so viele Jahre vergangen waren, kam Kerstin zunächst gar nicht auf die Idee, die Krankheit könnte wieder ausgebrochen sein. Bis ihr Mann eines Nachts den Notarzt rief, weil sie fürchtete, ersticken zu müssen. Bis dahin hatte Kerstin geglaubt, sie wäre ihrem Kindheitsasthma entwachsen.



Mit Asthma leben

FrauNadine Schmidt geht in die dritte Klasse der Grundschule. Sie ist neun Jahre alt. Anders als ihre Klassenkameraden, steht sie morgens eine viertel Stunde eher auf. Seit einem Jahr gibt es für Nadine vor Schulbeginn noch Wichtiges zu erledigen: Sie wird, wie jeden morgen, ihr Asthma-Medikament inhalieren. Es sichert, dass sie den Schultag problemlos meistern kann und nicht - wie es früher oft der Fall war - ihren ersten Asthmaanfall schon auf dem Weg zur Schule bekommt. In der Vergangenheit musste Nadine deshalb oft zu Hause bleiben und konnte nicht am Unterricht teilnehmen. Es war fraglich, ob sie das Unterrichtspensum überhaupt bewältigen kann und die "Hauptschule schaffen" würde. Inzwischen sind sich alle Lehrer sicher: Nadine Schmidt gehört auf das Gymnasium.